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PO5. Deutsche Poster

Detailed programme and abstracts

PO5.1. Objektivierung der Wirkung eines therapeutischen Gartens auf kognitive Fähigkeiten von Menschen mit Demenz: Der Garten als Umgebung für lebensnahe Forschung

RIVASSEAU Jonveaux Thérèse, FESCHAREK Reinhard, TROGNON Alain, JACOB Christel, YZOARD Manon, BERNEZ Louise, BATT Martine, MALERBA Gabriel, POP Alina

Wie im französischen Alzheimerplan (2008-2012) niedergelegt, umschließt der Begriff der « Umgebung » von an Demenz erkrankten Personen auch die Außenbereiche von Betreuungseinrichtungen. Dies hat in Frankreich zur Empfehlung geführt, therapeutische Gärten anzulegen. Wie aber evaluiert man deren Wirkung auf kognitive Funktionen unter lebensnahen Bedingungen?

Der Prototyp eines therapeutischen Gartens « art, mémoire et vie » der Universitätsklinik Nancy bietet einen originellen Forschungsrahmen, um zu untersuchen, wie eine solche Umgebung noch vorhandene kognitive Fähigkeiten unterstützen kann (Programm JAZ, « Jardin AlZheimer »).

Das Potential des Gartens wurde optimiert durch eine Konzeption, die neurologische, psycho-soziale und kulturelle Besonderheiten der Benutzer berücksichtigt und darüber hinaus gezielt Kunstwerke einsetzt.

JAZ-LOR (Jardin, AlZheimer Lorraine) untersucht die Relevanz des kollektiven sozialen und kulturellen Gedächtnisses der Region auf die Fähigkeiten der Erinnerns,

JAZ-ART (Jardin, AlZheimer ART) erforscht die emotionalen und kognitiven Effekte der künstlerischen Dimension des Gartens. Es wird objektiv untersucht, wie durch Interaktion Emotionen, die Fähigkeiten der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, der Sprache und der sozialen Intelligenz in der Begegnung mit Pflanzen und Kunstwerken aktiviert werden.

JAZ-TOP (Jardin AlZheimer TOPographie) untersucht, welche Rolle die Strukturierung des Raumes und der gezielte Einsatz markanter Objekte für die Orientierung spielt.  An Alzheimer erkrankte Personen sollten eine definierte Wegstrecke durchlaufen und diese im Sinne einer « kognitiven Karte » im Gedächtnis behalten. Die an Orientierungspunkten reiche Umgebung hat es ihnen deutlich erleichtert, den Wegplan zu erinnern, was selbständige Ausflüge unterstützt.

Der Garten erfüllte unsere Erwartung, dass eine bewusst gesatltete Umgebung Personen mit Demenz dabei unterstützen kann sowohl kognitive Defizite, geistige und interaktive Störungen von Personen mit Demenz ausgleichen als auch eine wissenschaftliche Objektivierung dieser Effekte zu ermöglicht. Diese Ergebnisse erlauben es, Empfehlungen für die Gestaltung therapeutischer Gärten auszusprechen.

PO5.2. Ambulant betreute Wohngemeinschaften – Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung

SCHMIDT Annika, PREUß Benedikt, WOLF-OSTERMANN Karin

In Deutschland leben aktuell 1,6 Millionen Menschen mit Demenz (MmD) (Bickel, 2016). Insbesondere fortschreitende demenzielle Erkrankungen sind oftmals ein Grund für den Übergang in eine vollstationäre Langzeitversorgung (Luppa et al. 2010, Schäufele et al. 2008). Nicht zuletzt gemäß des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ haben sich in den letzten Jahren Alternativen zur klassischen vollstationären Versorgung entwickelt, wie beispielsweise ambulant betreute Wohngemeinschaften (WG), auch für MmD. Mit der Versorgung in WG werden Erwartungen, wie z. B. eine höhere Lebensqualität, dem Erhalt motorischer und kognitiver Ressourcen oder die Vermeidung von Rückzug verbunden. Der derzeitige Stand der Forschung lässt jedoch weder Rückschlüsse auf ein generell besseres Versorgungsergebnis in WG für MmD zu, noch können Aussagen bezüglich settingspezifischer Qualitätsstandards getroffen werden. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, die Versorgungs- und Bewohnerstruktur in WG für MmD unter dem Blickwinkel einer settingspezifischen Qualitätssicherung zu beleuchten.

Im Rahmen von Querschnittsuntersuchungen in Bremen, Berlin und Bayern (2016-2017), wurden mithilfe standardisierter Fragebögen in n = 88 WG Bewohner- und die Versorgungscharakteristika abgebildet und settingspezifische Qualitätskriterien erhoben.

Die Ergebnisse geben einen Überblick über die derzeitige pflegerische und therapeutische Versorgungssituation in den WG, deren räumliche Situation, Angebote für Alltagstätigkeiten aber auch Betreuungsleistungen und zur Personalsituation sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung.

In den WG werden im Durchschnitt mehrheitlich (> 70%) weibliche Mieterinnen mit einem Durchschnittsalter von > 80 Jahren versorgt, die überwiegende Mehrzahl (> 84%) leidet an einer demenziellen Erkrankung. Ein settingspezifisches Qualitätsmanagementkonzept sowie ein WG-spezifisches Pflege- und Betreuungskonzept weist nach eigener Auskunft die überwiegende Anzahl aller in den WG versorgenden ambulanten Pflegedienste auf.

Als Fazit lässt sich abschließend feststellen, dass es aus derzeitiger Sicht nach sorgfältiger Abwägung aller Faktoren sinnvoll und notwendig erscheint, dass die Etablierung eines Qualitätssicherungskonzeptes für ambulant betreute WG vorangetrieben wird – wobei die derzeitige Aufteilung in selbst- und trägerverantwortete WG erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung eines solchen Konzeptes hat.

 

 
 

Last Updated: Tuesday 18 July 2017

 

 
  • Acknowledgements

    The 27th AE Conference in Berlin received funding under an operating grant from the European Union’s Health Programme (2014-2020). Alzheimer Europe and Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. gratefully acknowledge the support of all conference sponsors.
  • European Union
  • Roche
 
 

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