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P28. Demenz im Krankenhaus

Detailed programme and abstracts

Das Thema „Demenz im Krankenhaus“ fordert zunehmend eine multiprofessionelle Betrachtungsweise, die sich im Symposium wiederspiegelt: Die General Hospital Study – GhoSt liefert wichtige Basisdaten zur Häufigkeit und Versorgung von Patienten mit der Begleitdiagnose Demenz. Sie zeigt auch, dass herausforderndes Verhalten im Krankenhaus und der Umgang damit eine der wesentlichen Fragestellungen darstellt. Im Rahmen des Studiengangs „Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen Einschränkungen (M.A.)“ an der Universität Witten/Herdecke wurden die Einweisungsgründe für Menschen mit Demenz untersucht. Die Perspektive eines Krankenhauses, wie die Einbindung der Familie in den Therapie- und Pflegeprozess im Krankenhaus gelingen kann, rundet das Symposium ab, in der auch ein Leitfaden zur alters- und demenzsensiblen Krankenhaus-Architektur kurz angesprochen werden wird. Allen Aspekten gemeinsam ist eine Förderung durch die Robert Bosch Stiftung im Programm „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“.

P28.1. Demenzkranke im Allgemeinkrankenhaus: Eine repräsentative epidemiologische Studie in Süddeutschland

SCHÄUFELE Martina, HENDLMEIER Ingrid, HESSLER Johannes, BICKEL Horst

Hintergrund: Obwohl Patienten mit kognitiven Störungen die Krankenhäuser vor große Herausforderungen stellen und vermehrt von sekundären Gesundheitsschädigungen betroffen werden, ist die Datenlage zu dieser Patientengruppe national wie auch international dürftig. Ziel dieser Studie war es, weltweit erstmals die Prävalenz und Verteilung von kognitiven Störungen und Demenzen in Allgemeinkrankenhäusern sowie die aktuelle Versorgungsituation der Betroffenen auf der Basis einer repräsentativen Studie zu ermitteln.

Methode: Aus der Grundgesamtheit der Allgemeinkrankenhäuser in Bayern und Baden-Württemberg wurde zufallsgesteuert eine festgelegte Zahl von Kliniken und Stationen ausgewählt. Alle am Stichtag auf diesen Stationen behandelten über 65-jährigen Patienten wurden in die Studie einbezogen. Die Bestandteile der Datenerhebung waren: a) eine Kurzbefragung und kognitive Leistungsprüfung bei den Patienten, b) die Erhebung von Diagnosen und Behandlungsdaten aus den Krankenakten, c) die Befragung des Pflegepersonals zur Pflege und herausforderndem Verhalten, d) die Erhebung spezieller Angebote und Maßnahmen für kognitiv beeinträchtigte Patienten auf den beteiligten Stationen.

Ergebnisse: 33 Kliniken und 172 Stationen beteiligten sich an der Studie; die Patientenstichprobe umfasste 1.469 Patienten (Durchschnittsalter: 78,6 Jahre). Insgesamt 40% der Patienten waren von kognitiven Beeinträchtigungen betroffen, davon 18,4% von einer Demenz. Bei weniger als 40 % der Betroffenen war die Demenz in den Kliniken bekannt. Die höchsten Anteile von demenzkranken Patienten fanden sich in der Inneren Medizin und der Unfallchirurgie. Bei 76% dieser Patienten wurde mindestens eine herausfordernde Verhaltensweise berichtet. Am häufigsten verbreitet waren nächtliche Unruhe, Depressivität und motorische Unruhe. Analog zu den Ergebnissen früherer Studien gehören spezielle Vorkehrungen für kognitiv beeinträchtigte Patienten nicht zum Regelangebot der Stationen. Am häufigsten genannt wurden Vorkehrungen bei „Weglauftendenz“ und Bemühungen, Angehörige in die Betreuung einzubinden.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit einer verbesserten Erkennung und Versorgung von Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen in den Allgemeinkrankenhäusern hin.

P28.2. Gründe für stationäre Einweisungen in die Gerontopsychiatrie: Eine multiprofessionelle Perspektive

PÖSCHEL Klaus, SPANNHORST Stefan, LAUTENSCHLÄGER Manuela, HÖHMANN Ulrike

Die Autoren der Studie sind Studierende und Dozenten im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen Erkrankungen “an der Universität Witten-Herdecke. Schwerpunkt des Studiums ist es die Versorgung von Menschen mit Demenz mit Studierenden aus sehr unterschiedlichen Professionen wissenschaftlich zu reflektieren und Verbesserungen zu entwickeln. In einer Studie wurden die Einweisungsgründe für Menschen mit Demenz in eine Abteilung für Gerontopsychiatrie untersucht. Die Studie greift dazu die Zusammenhänge zwischen sozialen, pflegerischen und medizinischen Gründen auf. Durch diesem konsequent multiprofessionellen Zugang haben sich wesentliche Ergebnisse in Bezug auf die ambulant-stationäre Schnittstelle für diese vulnerable Patientengruppe ergeben.

Mittels Zufallsstichprobe wurden aus 766 Behandlungsfällen in einem 12-Monats-Zeitraum 2015 bis 2016 insgesamt 40 Fälle ermittelt. Mittels eines eigens entwickelten Assessmentinstruments wurde das Zusammenwirken sozialer, medizinischer und pflegerischer Aspekte hinsichtlich einer Behandlungsnotwendigkeit und Behandlungsergebnis ausgewertet.

Akute somatische Erkrankungen waren mit 52,5% zum Aufnahmezeitpunkt in Kombination mit einer Überlastungen des sozialen Hilfesystems festzustellen. Insbesondere das Zusammentreffen der unterschiedlichen medizinischen und sozialen Problemlagen zeigte sich dann symptomatisch in pflegerelevanten herausfordernden Verhaltensweisen. So hatten z.B. 87,5% Orientierungstörungen, 65% motorische Auffälligkeiten und 55% wehrten unterstützende Maßnahmen ab. Trotz der Anwendung unterschiedlicher Therapieformen blieb am Entlasszeitpunkt ein erheblicher Teil der Symptome des herausfordernden Verhaltens bestehen und erforderte eine Anpassung des Versorgungssetting. Die Ergebnisse unterstützen die Notwendigkeit zu multiprofessionellem aufeinander abgestimmtem Handeln.

P28.3. „Starke Angehörige – starke Patienten“

ZASTRAU Ralf, SCHROEDER-HARTWIG Karin, BINCZYK Kristin

Die Bedürfnisse der Angehörigen und Familien von MmD sind so vielfältig wie unbeachtet. Sie benötigen individuelle und anerkennende Unterstützungs- und Entlastungsangebote, die auf die Stärkung der familiären Kompetenz im Umgang mit MmD abzielen. Wir zeigen auf, wie die Einbindung der Familie in den Therapie- und Pflegeprozess im Krankenhaus gelingen kann und Professionelle entlastet.

 

 

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Last Updated: Tuesday 24 October 2017

 

 
  • Acknowledgements

    The 27th AE Conference in Berlin received funding under an operating grant from the European Union’s Health Programme (2014-2020). Alzheimer Europe and Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. gratefully acknowledge the support of all conference sponsors.
  • European Union
  • Roche
 
 

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