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P14. Demenz und Autofahren

Detailed programme and abstracts

P14.1. Die Sicht einer Angehörigen

JORZIG Monika

P14.2. Was Betroffene, Angehörige und Ärzte tun können!

HOLST Antje

Nach aktuellen Berechnungen sind in Deutschland circa 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt. Für 2050 gehen Schätzungen von ca. 3 Millionen betroffenen Menschen aus. Weltweit wurde die Zahl der Menschen mit Demenz 2015 auf 46,8 Millionen geschätzt.

Demenz ist damit kein Randthema mehr, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung der kommenden Jahre und wird in vielen Lebensbereichen spürbar.

Das Thema Autofahren und Demenz ist in diesem Zusammenhang für alle Beteiligten ein vielschichtiges und auch kontroverses: Die Fragen, ab wann ein Mensch mit Demenz nicht mehr Auto fahren kann und sollte, aber auch die schwierige Situation der Angehörigen, wenn Sie Veränderungen im Fahrverhalten erkennen und nicht zuletzt die Verantwortung von (Fach)ärzten, bei der Diagnostik und anstehenden Entscheidungen machen die Komplexität dieses Themas deutlich.

Auto zu fahren bedeutet für viele Menschen Freiheit und Unabhängigkeit. Besonders in der ländlichen Region ist das Autofahren oftmals erforderlich, um am Alltags- und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Auto zu fahren bedeutet aber auch eine große Verantwortung sich selbst, dem Beifahrer und den anderen Teilnehmern im Straßenverkehr gegenüber. Was passiert aber, wenn mit zunehmendem Alter das Seh- und Hörvermögen abnimmt, die Reaktionsfähigkeit nachlässt und eine mögliche dementielle Veränderung die Fahrtauglichkeit zusätzlich einschränkt.

Welche Verpflichtungen hat der Fahrzeughalter? Was können Angehörige tun? Und welche Verpflichtungen haben (Fach-)Ärzte, wenn sie Einschränkungen in der Fahrtauglichkeit feststellen.

Diesen Fragen geht der Vortrag auf der Grundlage der gleichnamigen Broschüre des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein nach und gibt neben grundlegenden Informationen praktische Tipps im Umgang mit diesem Thema.

P14.3. Autofahren und Demenz – Eine konsensus-basierte Handlungsempfehlung für die Hausarztpraxis

LEVE Verena, ILSE Katharina, UFERT Marie, WILM Stefan, PENTZEK Michael

Hintergrund: Im Hinblick auf den progredienten Krankheitsverlauf der häufigsten Demenzformen und den damit verbundenen Einschränkungen kognitiver Funktionen nimmt das Risiko für Verkehrsunfälle bei Menschen mit Demenz zu. Hausärzte/innen werden oft als Schlüsselfiguren in der Ansprache des Themas benannt. Insbesondere Angehörige wünschen sich ihre Unterstützung. Hausärzte/innen bewegen sich hierbei in einem Spannungsfeld aus den unterschiedlichen Erwartungen in der triadischen Beziehung sowie aus juristisch/ethischen Aspekten bezogen auf den Erhalt der Patientenautonomie und der öffentlichen Sicherheit. Das Projekt „Autofahren und Demenz“ hat zum Ziel, eine konsensus-basierte Handlungsempfehlung für den hausärztlichen Praxisalltag zu entwickeln und wird durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. gefördert.

Fragestellung: Welche Aspekte zum Thema Autofahren und Demenz sind aus Sicht der Beteiligten (Menschen mit Demenz, Angehörige, Hausärzte/innen) für die Hausarztpraxis bedeutsam? Welche Schwerpunkte ergeben sich hieraus für eine Handlungsempfehlung?

Methoden: Im mehrstufigen Forschungsprozess erfolgte zunächst eine systematische Literaturrecherche in 7 Datenbanken (Medline, Cochrane Library, Embase, PsycINFO, CINAHL, BASE, Psyndex). Im zweiten Schritt wurden Gruppendiskussionen mit Menschen mit Demenz, Angehörigen und Hausärzten/innen durchgeführt. Aus den Ergebnissen wurde eine vorläufige Empfehlung erarbeitet, die dann von Experten/innen geprüft und ausgearbeitet wurde. An dem Experten-Workshop waren Angehörigenvertreter/innen und unterschiedliche Fachdisziplinen beteiligt (Verkehrspsychologie, Rechtswissenschaften, Allgemeinmedizin, Ethik, Gerontopsychiatrie, Gerontologie und Geriatrie, Soziale Arbeit etc.)

Ergebnisse: Die Handlungsempfehlung enthält Hintergrundinformationen zu Auswirkungen von Demenzerkrankungen auf die Fahrsicherheit sowie eine detaillierte Vorgehensempfehlung. Eine bedeutsame Rolle nehmen dabei das Gespräch mit dem Menschen mit Demenz sowie der Einbezug der Angehörigen ein. Die Empfehlung beinhaltet darüber hinaus Materialien zur Aufklärung und Dokumentation in der Hausarztpraxis. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren (Fahrschulen, Verkehrssicherheitsbehörden etc.) findet Berücksichtigung.

Diskussion: Die Empfehlung für die hausärztliche Praxis sieht ein ressourcenorientiertes Vorgehen für die Entwicklung von Strategien im Umgang mit fahrsicherheitsrelevanten Einschränkungen von Menschen mit Demenz vor.

 

 

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Last Updated: Monday 23 October 2017

 

 
  • Acknowledgements

    The 27th AE Conference in Berlin received funding under an operating grant from the European Union’s Health Programme (2014-2020). Alzheimer Europe and Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. gratefully acknowledge the support of all conference sponsors.
  • European Union
  • Roche
 
 

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